Handwerk
11.03.2014, 10:48 Uhr
 
Robustes Konjunkturklima im Handwerk hält 2014 an - Risikofaktoren sind Bürokratie, Fachkräftemangel und Energiekostenentwicklung -

„Optimale Witterungsbedingungen, niedrige Zinsen, eine positive Einkommensentwicklung und die z. Zt. wenig wahrnehmbare Eurokrise unterstützen die konjunkturelle Entwicklung im Handwerk!“, betont Karl-Heinz Bley, Präsident des Niedersächsischen Handwerkstages (NHT), anlässlich der traditionellen Aschermittwochspressekonferenz des Handwerks in Hannover. In einer Blitzumfrage des NHT, an der sich über 900 Betriebe beteiligten, hatten knapp 90 % ihre Geschäftslage mit „gut“ oder „befriedigend“ eingestuft, nur etwa 10 % % zeigten sich „unzufrieden“. Damit steht die breite Mehrheit der Handwerksbetriebe im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur witterungsmäßig sondern auch konjunkturell auf der Sonnenseite. Nach Auffassung des niedersächsischen Handwerksvertreters stehen die Zeichen für die weitere Konjunkturentwicklung im Handwerk gut! Ende 2013 waren gemäß den aktuellen Prognosen der Konjunkturexperten der Handwerkskammern ca. 518.000  Beschäftigte in einem Handwerksunternehmen tätig. Sie erzielten einen Umsatz von ca. 48 Mrd. €. Für das Jahr 2014 werden die Umsätze gemäß den Prognosen um bis zu 2 Prozent weiter auf 48,8 Mrd. €, die Beschäftigtenzahlen um ein halbes Prozent, d.h. um ca. 2.500 auf gut 520.000 ansteigen.  

Allerdings verdeutlicht die Abfrage der Handwerksunternehmen in der durchgeführten Blitzumfrage, dass diese Entwicklung nicht frei von Risikofaktoren ist. Im obersten Ranking der betrieblichen Herausforderungen stehen die bürokratischen Belastungen in den Unternehmen. „An dieser Stelle zeigt sich eine große Unzufriedenheit in den Handwerksbetrieben. Sie haben nur wenig Verständnis für die Regelungs- und Vorgabeneuphorie“, betont Bley. „Weiter drohende Bürokratie- und Abgabenvorhaben, wie die geplanten Gebührenlasten für Nahrungsmittelhandwerke, die Ausweitung des Kommunalabgabengesetzes oder die zusätzlichen neuen Nachweispflichten durch soziale und Umweltkriterien, die die ohnehin sehr hohen bürokratischen Vorgaben in der EU-Förderung noch einmal übersteigen, sind Signale in die völlig falsche Richtung!“, beklagt Bley und fordert mehr Augenmaß.
An zweiter Stelle im Ranking der Herausforderungen steht gemäß der Einschätzung der Betriebe der zunehmende Fachkräftemangel. „Qualifizierte Handwerker werden Mangelware!“, warnt Bley. „Wirtschaft, Wissenschaft, Land und Kommunen sowie wichtige gesellschaftliche Gruppen müssen gemeinsam an der Herausforderung des Fachkräftemangels arbeiten. Die Erhöhung der Studierquote ist keine Lösung. Ohne eine klare Ausrichtung und Schwerpunktsetzung auf die duale Ausbildung, ist dieses Erfolgsmodell in Deutschland gefährdet. Die jüngsten Ausbildungsdaten im Handwerk zeigen, dass hier ein außerordentlicher Handlungsdruck besteht. Vom Kultusministerium hat es dazu im gesamten letzten Jahr bis heute leider noch keinen Beitrag gegeben“, kritisiert Bley.

„Politisch nicht nachvollziehbar ist die Energiekostenentwicklung. Immer mehr Freistellungen und eine immer höhere Belastung des Handwerks ist zu beobachten. Statt wie zugesagt die Liste der Begünstigten mit Blick auf die EEG-Umlage zu kürzen, würde sie auch noch ausgedehnt!“

„Die guten Konjunkturdaten haben Herausforderungen wie Steuern, Abgaben und Finanzierungsfragen auf die hinteren Plätze rücken lassen. Allerdings muss speziell mit Blick auf die Steuer- und Abgabenbelastungen politisch verantwortungsbewusst gehandelt werden“, fordert Bley. „Die jüngsten Rentenpläne mit ihren Auswirkungen auf die zukünftige Beitragsentwicklung werden wieder stärker ins Gewicht fallen, wenn die Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten weniger gut ausfallen“.


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