Handwerk
27.03.2013, 09:29 Uhr
 
Durchwachsenes Jahr für das Kfz-Gewerbe Niedersachsen
Preis für Werkstattstunde stieg um 1,26 Euro auf 69,40 Euro

Das Kfz-Gewerbe Niedersachsen blickt eher skeptisch auf das laufende Jahr. Beim Neuwagenabsatz rechnet der Landesverband nach eigenen Angaben mit einem Rückgang von rund vier Prozent auf 330.000 Einheiten. Dagegen würden das Gebrauchtwagengeschäft mit rund 740.000 Besitzumschreibungen und der Service mit einem Umsatz von knapp über drei Milliarden Euro in etwa das Niveau des vergangenen Jahres halten.

„Die Bilanz 2012 ist kein Anlass zu unternehmerischem Pessimismus. Wir schauen mit einer realistischen Zuversicht auf das neue Jahr“, sagte Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen. Im vergangenen Jahr verbuchten die rund 3.400 Kfz-Betriebe einen Umsatzrückgang von 0,7 Prozent auf rund 14,6 Milliarden Euro.

Am rückläufigen Umsatz war vor allem der Neuwagenhandel schuld: Er sank um fünf Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro. Mit gut 64 Prozent sind weniger als zwei Drittel der Neufahrzeuge über den Handel verkauft worden. Hinzu kommen zahlreiche Eigenzulassungen. Bley kritisierte, dass „eine statistische Kosmetik immer wieder die betriebswirtschaftliche Vernunft und den Blick auf die Realitäten des deutschen Auto-Marktes überdeckt“. Unterm Strich sank die Umsatzrendite der Betriebe um einen Prozentpunkt auf knapp 1,5 Prozent vor Steuern.

 

Aus dem Verkauf gebrauchter Pkw generierte der Markt in Niedersachsen einen Gesamtumsatz von 6,8 Milliarden Euro, nach sieben Milliarden Euro im Vorjahr. Gewinner sei der freie Handel mit einem Stückzahlplus von 33.600 Besitzumschreibungen und einer Umsatzsteigerung auf rund 1,5 Milliarden Euro. Der Privatmarkt sei der Verlierer, der nach 333.386 Verkäufen im Jahr 2011 noch 301.502 gebrauchte Pkw verkauft habe. Der Fachhandel habe 430.299 (Vorjahr: 391.366) gebrauchte Pkw verkauft.

Dagegen konnte der Service leicht zulegen. Hier stieg der Umsatz um 1,5 Prozent auf rund drei Milliarden Euro. „Der Service war wieder einmal unser stabiles Standbein“, bilanzierte Joachim Czychy, Pressesprecher des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen. Die Branche habe sich trotz der signifikant gestiegenen Energiepreise bei den Werkstattpreisen diszipliniert gezeigt. Der Stundenverrechnungssatz ist auf 69,40 (Vorjahr: 68,14) Euro gestiegen. Unverändert gibt es dabei ein deutliches Stadt-Land-Gefälle.

Das Internet ist das Sorgenkind in der Branche: Zum einen sei der nicht kontrollierbare elektronische Marktplatz ein Tummelplatz für Billigteile und Schrottprodukte, andererseits überlagere eine „Preismentalität à la Flohmarkt“ die kaufmännisch erforderliche und qualitativ unverzichtbare Kalkulation der handwerklichen Leistungen. Serviceportale seien Preismaschinen. Im Pkw-Verkauf bleibe das Internet das Informationsmedium, beim Verkauf spiele es eine „marginale Rolle“, sagte Bley.

 

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